EPV-Solutions Elektrotechnik GmbH
Photovoltaik 20. Juli 2026 9 Min. Lesezeit

Winter vs. Sommer: 5 Fakten, warum sich Photovoltaik in Österreich trotzdem lohnt

Ja, der Winterertrag ist geringer, und ja, Ihre PV-Anlage rechnet sich in Wien und Niederösterreich trotzdem klar. 5 Fakten mit echten Zahlen, Grafiken und Praxiswerten aus über 200 Projekten.

Ing. Mario Kvasina, MSc - Geschäftsführer EPV-Solutions
Ing. Mario Kvasina, MSc
Geschäftsführer · Über 200 Anlagen realisiert
PV-Anlage im Sommer und Winter im Vergleich. Photovoltaik lohnt sich ganzjährig in Wien

Aber im Winter bringt die Anlage doch nichts? Das ist die häufigste Frage in unseren Beratungen. Kurze Antwort: Der Winterertrag ist tatsächlich geringer, das ist Physik. Die längere Antwort: Genau deshalb wird eine PV-Anlage in Österreich übers Jahr gerechnet, und da rechnet sie sich klar. Hier sind fünf Fakten aus über 200 realisierten Projekten in Wien und Niederösterreich, mit echten PVGIS-Zahlen, Ertragskurven und Praxiswerten.

Das Wichtigste in Zahlen
Jahresertrag Wien
ca. 1.150 kWh pro kWp, einer der besten Werte Mitteleuropas
Amortisation
typisch 5 bis 10 Jahre bei Eigenverbrauch plus Speicher
Modul-Lebensdauer
25+ Jahre Leistungsgarantie. Mehr als 12 Jahre reiner Gewinn
Sommeranteil (April bis September)
ca. 75 % des Jahresertrags. Deckt Klima, E-Auto und Speicher
Winteranteil (November bis Februar)
ca. 14 %. Reduziert die Stromrechnung auch im Winter spürbar
CO₂-Ersparnis
ca. 4,6 t pro Jahr bei einer 10-kWp-Anlage
Referenzen EPV
über 200 Anlagen in Wien und Niederösterreich

Fakt 1: Wien gehört zu den sonnenreichsten Regionen Mitteleuropas

Mit rund 1.150 kWh pro installiertem kWp im Jahr liegt Wien deutlich über dem europäischen Durchschnitt, besser als München, Zürich oder Berlin. Eine 10-kWp-Anlage produziert bei uns rund 11.500 kWh pro Jahr. Das entspricht dem Verbrauch eines durchschnittlichen 4-Personen-Haushalts inklusive Warmwasser.

  • Ostösterreich hat viele klare Tage, gerade das Frühjahr und der Frühherbst sind ertragsstark.
  • Auch bei diffusem Licht (Nebel, leichter Hochnebel) produziert die Anlage weiter, nur eben weniger.
  • Kalte, klare Wintertage bringen dank negativem Temperaturkoeffizient sogar leicht überproportionalen Ertrag.

Fakt 2: Der Sommer liefert 75 % des Jahresertrags. Das reicht

So verteilt sich der Ertrag einer Süd-Anlage mit 30° Dachneigung in Wien über das Jahr (kWh pro kWp):

Monatsertrag
PV-Anlage Wien · pro kWp installierter Leistung
Jahressumme
1153 kWh
Peak
155 · Jul
Sommer-Peak · ~60 % des Jahresertrags04080120160kWh pro kWp35Jan55Feb95Mär125Apr145Mai150Jun155Jul140Aug110Sep75Okt40Nov28Dez
SommerÜbergangWinterPVGIS 5.2 · Wien · 30° · Süd
MonatkWh/kWp10 kWp AnlageAnteil am Jahr
Januar35350 kWh3 %
Februar55550 kWh5 %
März95950 kWh8 %
April1251.250 kWh11 %
Mai1451.450 kWh13 %
Juni1501.500 kWh13 %
Juli1551.550 kWh13 %
August1401.400 kWh12 %
September1101.100 kWh10 %
Oktober75750 kWh7 %
November40400 kWh3 %
Dezember28280 kWh2 %
Summe1.15311.530 kWh100 %

Die sechs Monate von April bis September decken rund 75 % des Jahresertrags, also genau die Zeit, in der Klimaanlage, Wärmepumpe im Kühlbetrieb, E-Auto-Laden und Poolpumpe am meisten Strom brauchen. Diese Deckungsgleichheit ist der eigentliche Gewinn: PV produziert dann viel, wenn Sie viel verbrauchen.

Fakt 3: Auch der Winter zahlt in die Rechnung ein

Der Wintermonat ist schwächer, aber nicht wertlos. So sieht die Leistungskurve einer 10-kWp-Anlage an einem klaren Tag aus:

Tagesprofil
Leistung im Tagesverlauf · 10 kWp Süd 30°
Juni
68 kWh
Dezember
9 kWh
Faktor
×7.8
NachtNacht024681000:0006:0012:0018:0024:00Leistung [kW]Juni · Peak8.2 kWDez · Peak2.6 kW
21. Juni · klarer Tag21. Dezember · klarer TagPVGIS · stündliche Modellierung

Auch im Dezember liefert eine typische 10-kWp-Anlage rund 280 kWh pro Monat. Das sind bei aktuellen Netzstrompreisen rund 90 € Ersparnis, allein im dunkelsten Monat. Über die vier Wintermonate summiert sich das auf rund 480 € pro Jahr, die nicht mehr an den Stromversorger gehen. Und: Ein sonniger Wintertag bei minus 2 °C liefert dank Temperaturvorteil oft mehr Peak-Leistung als ein Julitag mit 35 °C.

Fakt 4: Mit richtiger Dimensionierung 60 bis 75 % Eigenverbrauch

Der entscheidende Hebel ist nicht der absolute Ertrag, sondern wie viel davon Sie selbst verbrauchen. Eine passend dimensionierte Anlage mit Speicher erreicht in unseren Projekten regelmäßig 60 bis 75 % Autarkiegrad übers Jahr. Das heißt: Drei von vier verbrauchten Kilowattstunden kommen vom eigenen Dach, statt aus dem Netz.

Dachneigung
Ertrag je Neigungswinkel · Süd-Ausrichtung Wien
Beste Jahr
30° · 1155
Bester Winter
75° · 262
03006009001200kWh pro kWpIdeal 30°108018015°115521530°114024045°108025860°97026275°82024890°
JahresertragWinterertrag (Nov–Feb)PVGIS 5.2 · Süd · Wien

Für den maximalen Jahresertrag ist bei Süd-Ausrichtung eine Dachneigung von 30 bis 35° ideal. Ost-West-Anlagen liefern rund 90 % des Jahresertrags einer Süd-Anlage. Dafür verteilt sich der Ertrag über den ganzen Tag und der Eigenverbrauch ist ohne Speicher deutlich höher. Beide Varianten funktionieren. Wir wählen die passende gemeinsam mit Ihnen.

  • Faustregel Anlagengröße: ca. 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei Wärmepumpe/E-Auto entsprechend mehr.
  • Faustregel Speicher: 1,0 bis 1,5 kWh Speicher pro kWp PV-Leistung, auf Tagesverbrauch ausgelegt, nicht auf Winterreserve.
  • Wärmepumpe plus PV plus Speicher: der wirtschaftlichste Dreiklang für Neubau und Sanierung.

Fakt 5: Amortisation in 5 bis 10 Jahren, dann 15+ Jahre Gratisstrom

Bei aktuellen Strompreisen und laufender Förderung 2026 amortisiert sich eine typische Hausanlage in Wien und Niederösterreich in 5 bis 10 Jahren. Danach produzieren die Module weiter. Die Leistungsgarantien reichen 25 Jahre, die Lebensdauer liegt regelmäßig darüber. Das sind mindestens 15 Jahre reiner Ertrag pro Anlage.

Sonnenstand Wien
Sonnenhöhe im Tagesverlauf · 48,2° N
Sommer-Peak
65.2°
Winter-Peak
18.4°
Δ
46.9°
0°15°30°45°60°Sonnenhöhe00:0006:0012:0018:0024:00Äquinoktium 41.8°21. Juni65.2° · 16 h Sonne21. Dez18.4° · 8 h SonneHorizont
SommersonnenwendeWintersonnenwendeÄquinoktiumberechnet · Deklinationsformel

Die Sonne steht in Wien im Juni 65° hoch und im Dezember nur 18°. Diese Physik lässt sich nicht ändern. Die gute Nachricht: Genau diese Physik wird bei jeder seriösen Auslegung mit eingerechnet. Wenn wir Ihnen eine Amortisation von 7 bis 8 Jahren nennen, ist der Winter bereits mit drin, kein Sommerhoch, kein Schönwetter-Marketing.

Weiterführend:Warum wir auf Sigenergy setzen · Gewerbe-Photovoltaik

Häufige Fragen

Lohnt sich Photovoltaik in Österreich wirklich, auch mit Winter?
Ja. Der Jahresertrag in Wien liegt bei ca. 1.150 kWh/kWp, besser als in München oder Berlin. Mit Speicher und passender Dimensionierung erreicht eine typische Hausanlage 60 bis 75 % Autarkie und amortisiert sich in 5 bis 10 Jahren. Danach folgen 15+ Jahre reiner Ertrag.
Wie viel produziert eine PV-Anlage in Wien im Winter?
Im Dezember erzeugt eine typische Anlage in Wien rund 28 kWh pro installiertem kWp, bei 10 kWp also ca. 280 kWh im Monat. Das sind rund 90 € Stromkostenersparnis, allein im dunkelsten Monat des Jahres.
Um wie viel produziert die Anlage im Sommer mehr als im Winter?
Zwischen Juli (~155 kWh/kWp) und Dezember (~28 kWh/kWp) liegt Faktor 5,5. Genau deshalb wird PV übers Jahr gerechnet: April bis September liefern rund 75 %, genau dann, wenn Klimaanlage, Wärmepumpe und E-Auto am meisten Strom ziehen.
Wie schnell rechnet sich eine PV-Anlage in Wien und Niederösterreich?
Bei aktuellen Strompreisen und Förderung 2026 typisch 5 bis 10 Jahre. Bei Anlagen mit Wärmepumpe oder E-Auto oft schneller, weil der Eigenverbrauch höher liegt.
Welche Dachneigung ist optimal für Wien und Niederösterreich?
Für maximalen Jahresertrag bei Süd-Ausrichtung 30 bis 35°. Ost-West-Anlagen liefern rund 90 % des Ertrags, dafür mit höherem Eigenverbrauch übers Tageslicht. Wir planen individuell nach Dach, Verbrauch und Ausrichtung.
Kann ich mit einer PV-Anlage im Winter autark sein?
Vollautarkie im Winter wäre unwirtschaftlich. Ziel jeder seriösen Auslegung sind 60 bis 75 % Autarkie übers Jahr. Das ist der Sweet Spot zwischen Investition und Ertrag. Reststrom im Winter aus dem Netz zu beziehen ist deutlich günstiger als massive Überdimensionierung.
Schadet Schnee auf den Modulen der Anlage?
Nein. Schnee blockiert kurz das Licht, rutscht aber ab 30° Neigung nach kurzer Sonneneinstrahlung von selbst ab. Bitte niemals selbst auf das Dach steigen. Das ist gefährlich und beschädigt die Module.
Bringt Kälte einen Effizienznachteil?
Im Gegenteil: PV-Module arbeiten bei Kälte effizienter (Temperaturkoeffizient ca. minus 0,3 %/°C). Ein sonniger Wintertag bei 0 °C liefert pro Sonnenstunde mehr Peakleistung als ein heißer Sommertag bei 35 °C.
Woher kommen die Ertragszahlen in diesem Artikel?
Alle Werte basieren auf PVGIS 5.2 (EU Joint Research Centre) für Wien mit Süd-Ausrichtung und 30° Neigung, plus Praxiswerten aus über 200 EPV-Projekten in Wien und Niederösterreich. Reale Anlagen können ±10 % abweichen.

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